Filmtipp filmspur@koelncampus.com
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04.04.2007 10:45 Uhr, 300 Der narzisstische Gottkönig Xerxes verlangt eine Gabe aus Erde und Wasser, als Zeichen für Spartas Unterwerfung unter Xerxes Willen. Noch voller Stolz ritt der Abgesandte der persischen Heere der lakonischen Hauptstadt Sparta entgegen. Dort angekommen verlangte er auf aufgebäumtem Pferd, die Köpfe gefallener Könige an ausgestrecktem Arm, nach einer Audienz beim spartanischen Herrscher. Hier aber, beim spartanischen König Leonidas, endet die persische Überlegenheit abrupt, denn es soll das Gerücht umgehen, dass sogar die Athener nicht mehr hinter ihrem König stehen. Denn wie seine anderen Landmänner auch, ist Leonidas stolz und edel. Von früh an werden die Spartaner nämlich zu einem kriegerischen Leben erzogen: nur die Besten sind es wert zu überleben, zu kranke und schwache Kinder werden unmittelbar den Göttern geopfert. Sieg und Ehre werden zu den größten Tugenden eines spartanischen Mannes. Und von all diesen mächtigen Kriegern ist König Leonidas der edelste und stolzeste. Die Perser dagegen breiten die Köpfe und die Kronen besiegter Könige in der Stadt aus. Sie beleidigten die Königin und drohen dem Volk mit Sklaverei und Tod. Doch nicht jeder in Sparta weiß die persische Bedrohung wirklich zu erkennen und durch einen Staatsstreich des gerissenen Senators Theron wird es Leonidas sogar verboten eine Armee gegen den Feind aufzustellen. Also kann der König nur im Verborgenen die treuesten seiner Kämpfer um sich sammeln, um mit diesen 300 Mann gegen Xerxes und dessen persische Übermacht anzustehen. Und so soll sich bald schon die Freiheit der gesamten abendländischen Welt entscheiden, wenn 300 auf Zehntausende treffen. Sie beschließen nach Spartas Gesetz zu kämpfen und bis zum letzten standhaft sein und alle sollen erfahren, dass 300 Spartaner ihren letzten Atemzug gaben, um es zu verteidigen. Zack Snyders Film 300, die vorlagentreue Adaption des gleichnamigen Comics von Frank Miller, ist ein Film, der die Massen geradezu polarisieren muss. Zum einen haben wir hier den überwältigenden Beweis der absoluten Kontrolle über die Bilder, die ein Filmemacher in unserem digitalen Zeitalter haben kann ? wenn er nur die Vision hat. Jede Einstellung ist hier ein lebendig gewordenes Gemälde, hier lernt Frank Millers Vorlage tatsächlich zu atmen und zu bluten? Doch auf der anderen Seite ? und das ist ebenso bereits das Problem jener gedruckten Vorlage ? haben wir hier ein gut zweistündiges Liebesgedicht an das Töten und getötet werden, an das Kämpfen und an den Krieg. Die Spartaner dürstet es geradezu nach Blut, sie freuen sich über jedes Opfer ? und trotzdem repräsentieren sie hier das Gute, das Verteidigenswerte. Das stinkt geradezu nach amerikanisch-patriotischer Kriegspropaganda. Dass aber die spartanische Kultur in ihrer Verachtung gegen Schwächere und in der Tötung ihrer Kranken und Behinderten darüber hinaus noch faschistoide Züge trägt, das kippt jeden solchen Deutungsversuch schnell ins Absurde ? oder irritiert den Zuschauer nur noch zusätzlich. Es ist also eine Frage der eigenen Neigung, ob einem 300 gefallen wird. Sicher ist nur, dass weder der eine noch der andere Zuschauer hier eine tiefgängige Handlung erwarten darf, stattdessen gibt es eine überwältigende, wie gleichsam brutale Bilderflut. Und es ist doch so: seine Streitbarkeit macht den Film am Ende nur noch attraktiver ? und wird sicherlich für so manche hitzige Debatte sorgen. 300 Action/Abenteuer - USA 2007 Regie: Zack Snyder FSK: Freigegeben ab 16 Jahren 116 Min. Verleih: Warner Philip Gritzka |
Wenn 300 auf Zehntausende treffen?
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